Forum für Politik und Spiritualität
Wer seiner Zeit voraus sein will, muss neue Wege gehen!
- Ideen für ein neues Politikverständnis - (Artikel von Christine Rüdiger veröffentlicht im SEIN-Magazin, Juni 2008)
Die Aufgabe der Politik ist die Gestaltung unserer äußeren Lebenswelt auf dieser Erde.
Das Tor zu unseren inneren, unsichtbaren Welten öffnet sich durch die Spiritualität, meist
verbunden mit der Suche nach Gott oder unserer eigenen Göttlichkeit. Da Politik von
Menschen für Menschen gemacht wird, gehören dann nicht auch Politik und geistige
Entwicklung zusammen? Nach dem Motto: Wie innen, so außen?
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: was könnte jeder Mensch
eigenverantwortlich tun und wie könnte er es tun, um den anstehenden gesellschaftlichen
Wandel zu unterstützen?
Schauen wir unter diesem Aspekt einmal in den Spiegel unserer aktuellen Politik. In den
Medien können wir täglich die Krisenszenarios verfolgen: Von der Klimaveränderung und
ihren Folgen, hin zu Armut und dem Hunger in der Welt. Wir werden konfrontiert mit
genmanipulierten Nahrungsmitteln, der Arbeitsplatzverlagerung nach Osteuropa und
Asien, unser eigenen Globalisierungsangst und der Inflation unseres Geldes. Wir leben in
einer sich verkomplizierenden Welt, in der wir immer weniger erkennen können, wer die
Gewinner und wer die Verlierer sind. Angeblich boomt die Wirtschaft, dennoch kommt im
Geldbeutel der BürgerInnen nicht mehr Geld an. Auf der einen Seite bedienen sich unsere
Politiker selbstherrlich an den Steuergeldern und erhöhen ihre Diäten. Auf der anderen
Seite wissen viele Menschen mit geringem Einkommen oft nicht mehr, wie sie aufgrund
der steigenden Preise ihren Lebensunterhalt bestreiten sollen. Alleinerziehende, Hartz-IV-
Empfänger und Kranke sind die wahren Verlierer dieser Gesellschaft. Wie lange noch?
Überfordern wir unseren Staat oder überfordert der Staat seine BürgerInnen, seit er mit
der Agenda 2010 mehr Eigenverantwortung proklamierte? Der Staat, das sind wir alle:
Auch Politiker, Unternehmer und Führungskräfte in allen Institutionen!
Ein Blick auf die exorbitant hohen Managergehälter lässt erkennen, dass viele
Führungskräfte ihre Vorbildfunktion für ihre Mitarbeiter verloren haben. Die eigene
finanzielle Absicherung hat meist Vorrang vor der Verantwortung für die Mitarbeiter und für
deren stabile soziale und finanzielle Basis. Natürlich sollte sich unternehmerisches Risiko
und Leistungsbereitschaft auch in Zukunft lohnen. Doch anstatt zu realisieren, dass die
Mitarbeiter die stärkste und zugleich wichtigste Ressource sind, um die Wirtschaft in
Deutschland wieder auf innovative Weise in Schwung zu bringen, höhlen sich die
Unternehmen immer mehr personell aus und verlagern weiterhin Arbeitsplätze aus
Kostengründen in Niedriglohnländer.
Unlängst wurde öffentlich, dass ca. 300 Lobbyisten, Vertreter deutscher Großkonzerne, in
den Bundesministerien beschäftigt sind und sogar direkt an Gesetzesentwürfen
mitarbeiten und von den Konzernen auch noch dafür bezahlt werden. Man muss sich
fragen, wie wir unseren demokratisch gewählten Volksvertretern, den staatlichen
Institutionen und den Führungskräften in der Wirtschaft noch Vertrauen entgegenbringen
und ihre Entscheidungen respektieren sollen? Wen wundert es da noch, dass die Partei
der Nichtwähler immer größer wird und die Frustration der BürgerInnen angesichts dieser
Manipulationen und mangelnden Loyalität uns gegenüber steigt! Eine traurige Bilanz für
eine moderne Gesellschaft!
Die führenden Köpfe in der Politik und Wirtschaft haben sich in ihren eigenen
Machtstrukturen verfangen. Selbst der Ruf nach traditionellen Werten auf dem politischen
Parkett, erweckt eher den Eindruck, dass die Diskussionen auf der Basis von Angst und
Unsicherheit geführt werden. Und Angst war schon immer ein schlechter Berater, wenn es
um Erneuerung und Erfindungsgeist geht. Wenn unsere gewachsenen Traditionen, Werte
und Strukturen immer brüchiger werden, dann ist die Zeit wirklich reif für einen
Paradigmenwechsel in unserer Gesellschaft!
Unser Leben auf der Erde kann nur dann wirklich funktionieren, wenn wir im Einklang mit
den universellen Energien leben. Erweitern wir also die Betrachtung unserer äußeren
Lebenswelten und öffnen uns für die Integration der inneren geistig, spirituellen
Lebensgesetze.
Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass alles aus reiner Energie besteht und für die
Schaffung aller Formen und Gegenstände in unserem Alltag verantwortlich ist. Alles
Existierende, ob es sich dabei um eine Blume, ein Tier, eine Hose im Schrank oder einen
Menschen handelt. Alles steht durch das menschliche Bewusstsein miteinander in
Verbindung. Der Mensch hat nicht nur einen Körper, er ist auch Seele und Geist. Diese
Energie reagiert auf all unsere Gefühle, Gedanken und Erwartungen.
Das geistige Gesetz der Synchronizität nach C.G.Jung besagt, wenn innere
Veränderungen im Bewusstsein eines Menschen erfolgen, wird sich ein zeitlich darauf
folgendes äußeres Ereignis manifestieren. Das Ereignis im Außen spiegelt sozusagen als
Antwort den inneren seelischen Zustand wieder. Also wie innen, so außen!
Der notwendige gesellschaftliche Bewusstseinswandel beruht daher in erster Linie auf der Erkenntnis,
das wir unsere gesellschaftlichen Probleme nicht im Äußeren verändern
können. Die Wurzel des Problems packen wir nur in unserem Inneren an. Die politischen
Parteien sind genau an diesem Punkt an ihre Grenzen gekommen, suchen sie doch die
Lösungen grundsätzlich in den äußeren Strukturen. Es funktioniert jedoch genau
umgekehrt: Der Kampf um Macht und Konkurrenz, über den die Medien täglich berichten,
spiegelt nur unseren eigenen inneren Kampf um Anerkennung und Liebe wieder. Und
diesen Kampf können wir nur mit unserer inneren Wahrheit lösen.
Wollen wir eine nachhaltige Veränderung erreichen, müssen wir uns bewusst machen,
was bisher nicht funktioniert hat, und zwar in erster Linie bei uns selbst. Machen wir uns
also auf die innere Suche nach unseren Widerständen und Blockaden, finden wir unsereÄngste!
Dort, wo unsere Ängste am größten sind, ist unsere Entwicklung am
notwendigsten. Das gilt sowohl auf der persönlichen als auch auf der politischen Ebene.
Beklagen wir beispielsweise häufig unsere finanzielle Misere, bedeutet das nach dem
geistigen Gesetz „Die Energie folgt der Aufmerksamkeit“, dass wir unsere Angst vor
Mangel und Armut durch diese negative Aufmerksamkeit in unserem eigenen Energiefeld
verstärken. Da alles mit allem über das menschliche Bewusstsein miteinander verbunden
ist, ernähren wir automatisch das kollektive Bewusstsein mit negativer Energie. Wenn wir
lernen würden, unseren freien Willen zu den Ereignissen zu lenken, die wir positiv
verstärken wollen, wird sich sehr wahrscheinlich auch das Ergebnis ins Positive
verändern. Anstatt Mangel könnten wir Wohlstand erleben.
Unsere Aufgabe ist es diese Muster in uns zu erkennen und dann zu transformieren.
Inwieweit wir Menschen diese inneren Veränderungen zulassen können, ist genauso
individuell wie jeder Mensch selbst. Persönliche Entwicklung ist immer ein Prozess, kann
nicht erzwungen werden und ist völlig wertfrei. Schon allein aus diesem Grund gilt jedem
Menschen mit Respekt, Toleranz und einem liebevollem Herzen zu begegnen. Letztlich
begegnen wir uns im Anderen immer selbst.
Wenn wir erkennen würden, das wir die Schöpfer unseres Lebens sind, und zwar in erster
Linie kraft unserer Gedanken, könnten wir uns jederzeit bewusst entscheiden, welche
Realität wir uns gestalten wollen. Alles, was jetzt geschieht oder sich in Zukunft ereignen
wird, wäre dann nichts anderes als eine Wiederspiegelung unserer selbst. Unter diesem
Gesichtspunkt wird uns klar, wie es zur Zeit um unser Leben auf diesem Planeten Erde
bestellt ist.
Würden immer mehr Menschen ihre Gedanken, Gefühle und Erwartungen mit Liebe,
Harmonie und Vertrauen in die Zukunft bewusst anreichern, könnten wir uns öffnen für
neue Visionen, die in eine Realität umgesetzt werden wollen. Wenn wir die Verantwortung
für unsere eigene Schöpfung übernehmen, mit Selbstvertrauen unserer eigenen Wahrheit
folgen und die Liebe in unserem Herzen entdecken, dann sind wir alle daran beteiligt, ein
neues Weltbild zu gestalten, an der sich die Politik der Zukunft orientieren kann.